Gambia Reise 2019-02

Dr. Bettina Born und Dr. Alieu Gaye

Dr. Bettina Born + Dr. Alieu Gaye

(Verfasst von Ursula Malzacher)
Im zeitigen Frühjahr werden die Koffer gepackt und Frau Dr. Bettina Born reiste diesmal mit einer kleinen Gruppe von acht Personen nach Gambia, um die seit Jahren laufenden Projekte in Gambia zu besuchen.
Nach herzlichem Empfang am Flughafen und Erledigung der Formalitäten in langer Schlange wurde das Sunset Beach Hotel mit Anbrechen der Dunkelheit erreicht. Dass sich die Dinge ändern in Gambia, war nicht nur an der Renovierung des Flughafens zu bemerken, es sind auch mehr Autos unterwegs und durch den Stau kam uns der Weg zum Hotel viel länger vor als früher.
Das Sunset Beach Hotel zeigte sich diesmal von seiner besten Seite, alles war perfekt vorbereitet, das Einchecken war ohne jegliche Probleme. Das All-Inclusive Konzept führt zu einer Änderung der Hotelbesucher, mehr junge Leute auch Familien mit Kindern.


Beim Frühstück am nächsten Morgen brachte der erste Blick auf den Kotu-River eine Überraschung. Wie später zu erfahren war, wurde die Fischerei am Fluss mit Netzen eingestellt, das Ergebnis war eine in den letzten Jahren nie dagewesene Vogelwelt.  Viele Wasservögel wie Kormorane, Löffler, Reiher, Pelikane und Hammerkopf jagen bei Ebbe kleine Fische.

Das Wetter war gut bis heiß. Wir konnten meist draußen auf der Terrasse frühstücken und essen.

Restaurant und Bar hinter dem Kinderpool

Unsere Zimmer in den Bungalows
Wir gewöhnten uns also erstmal an das heiße Klima, erholten uns von der anstrengenden Reise, konnten die nähere Umgebung erkunden oder genossen einfach die Sonne, wobei diesmal Sonnenbrand vermieden wurde.

 

Am zweiten Tag ging es dann gleich los.

Wir wurden vom neuen Pickup abgeholt und fuhren, einige wie immer hinten auf der offenen Ladefläche,  zur Schwesternschule der Universitätsklinik nach Banjul, wo eine Fortbildungsveranstaltung für qualifizierte Schwestern, Pfleger und -Lehrer (englisches Gesundheitssystem) mit zwei Vorträgen von Dr. Born und Dr. Malzacher stattfand.

Ca. 40 Teilnehmer im Hörsaal

Vortrag über Diabetes, Migräne und anschließende Diskussion

Es blieb auch noch Zeit für einen kurzen Einkauf im traditionellen Albert-Market, wir brauchten zwei Fußbälle für den Kindergarten und eine Sonnenbrille.

Große Gastfreundschaft bei der Einladung zum traditionellen Chicken Yassa Essen ins Haus der Familie Gaye.
Trotz gesundheitlicher Probleme der Mutter, zauberten alte Erinnerungen und Namen, wie z.B. Tobias, ein Lächeln in ihr Gesicht.

Am nächsten Tag stand der Besuch in der Pakala Klinik

...von Dr. Gaye in Banjul auf dem Plan. Mit einigen Koffern und Taschen voller Medikamente und Verbandsmaterial kamen wir an und machten  uns auf verschiedenen Gebieten an die Arbeit: Entweder beim Untersuchen und Behandeln von Patienten, bei der Wundversorgung von Menschen mit und ohne Diabetes, beim Ausprobieren des neuen Ultraschallgerätes, beim Suchen des Geländebuggys, der im Mai mit dem Container angekommen war, oder beim Fotografieren für die Dokumentation. Es gab viel zu tun!

Patientenversorgung mit dem erfahrenen, gut geschulten Pfleger Omar

Mitgebrachtes Verbandsmaterial

-Das kürzlich gespendete Ultraschallgerät aus Erdmannhausen wird in Betrieb genommen
-Ultraschall-Schulung eines Arztes bei einer schwangeren Mitarbeiterin

Gruppenbild vor der Klinik

Der noch „originalverpackte“ Buggy

Auf die Lamin Touba Nursery School am vierten Tag

...haben wir uns schon gefreut.
Die lebhaften, fröhlichen Kinder machen einfach Freude! Der leitende Lehrer und seine Frau leisten sehr gute Arbeit und haben mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Die Kinder haben gerade Wettspiele für das Sportfest in der folgenden Woche geübt. Die Besten dürfen dann in Mannschaften gegen andere Vorschulen der Region antreten. Und es gab neue Schul-T-Shirts! 

Der mitgebrachte Kalender mit einem Bild vom letzten Besuch vor einem Jahr

Ein Geschenk für „Klein Harry“

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zur Belli Bar (Bettina und Elli) und nahmen einen Drink. Die Besitzer trafen wir zwar nicht an, aber die Schweinchen im Hof machten einen passablen Eindruck.

Der Buggy wurde seiner Bestimmung übergeben.


Schwester Eliza hat es sich wieder nicht nehmen lassen, uns mit Essen zu versorgen.
So hatten wir einen gemütlichen Abend im Vorgarten eines Bungalows.

Am fünften Tag besuchten wir das Health Center Bato-Kunku

...und konnten in der dazugehörigen Schwesternschule, die nun wieder den Betrieb aufgenommen hat, eine Schulung durchführen. Dr. Born referierte für die Schwesternschüler/innen über Diabetes und anschließend konnten alle ihren Blutzucker testen.

Auch hier kommt die Unterstützung direkt persönlich an und wird quittiert

Bild mit den Schwesterschülerinnen


Das Health Center  + Der Wundbehandlungs-Raum

 

Am Nachmittag wollte eine Gruppe unbedingt den Monkey Park im Bijilo Forest besuchen.
Wir organisierten ein Taxi vor dem Hotel. Der alte Daimler sah schon sehr mitgenommen aus und ließ sich entweder schlecht schalten oder konnte der Fahrer nicht fahren? Auf Nachfrage wurde uns erklärt, dass der Besitzer des Autos gerade beim Essen war und ein Freund ihm helfen wollte. Später tauschten dann die Fahrer und alles ging gut.
Der kleine Küstenwald wurde leider nochmal verkleinert, um darin ein Kongress Zentrum zu bauen. Wir sahen auch weniger Affen als in den vergangenen Jahren, die grünen Meerkatzen wollten nicht mal Erdnüsse und waren eher mit Bananen des Guides zu locken. Am Ende kam aber doch einer der scheuen Roten Colobus-Affen auf die Lockpfiffe ziemlich nah heran.

Solange es noch Mitreisende gibt, die noch nicht beim Katchikally Crokodile Pool waren, muss man das natürlich zeigen. Der Quellteich mit über hundert Krokodilen ist eine seit vielen Generationen gehütete Kultstätte mit magischen Eigenschaften und heilender Wirkung bei Unfruchtbarkeit. Ein echtes Krokodil anzufassen, erfordert jedenfalls einigen Mut!

Am sechsten Tag der Reise ging es Richtung Süden nach Brufut

 ...zu unserer Lower Basic School.
Die Grundschule ist ein Projekt der ersten Stunde und machte dieses Jahr einen guten Eindruck. Schon von Weitem war zu sehen, dass sich positive Dinge ereignet hatten. Die Gebäude waren frisch gestrichen, Zäune und Dächer repariert, frisch gestrichene Spielgeräte auf dem Schulhof, neue Tische und Stühle und neue Toiletten. Eine Zusammenarbeit von Niederländischen Stiftungen, zum Teil von emigrierten Gambianern, und dem Entwicklungskommitee von Brufut (CASA GAMBIA) hat erfreuliche Veränderungen gebracht.

-Obwohl es Sonntag war, waren viele Schüler gekommen um uns zu grüßen
-Auch zwei „Poems“ wurden vorgetragen, z.B. „Girls Of The Gambia“ mit emanzipatorischem Inhalt.
-Eine Gruppe Mädchen haben mit einer Lehrerin gesungen und getanzt.


 

Der neue Schulleiter (Mitte) macht einen sehr engagierten Eindruck

-Die Gebäude sind in gutem Zustand, Dächer und Zäune repariert
-Es gibt neue Toiletten mit Behindertenrampe, für Jungs und Mädchen getrennt, und mit Vorhängeschlössern gesichert, wenn kein Unterricht ist.
-Das Problem mit dem Müllberg soll nächstes Jahr angegangen werden.

-Ein Klassenzimmer
-Wie letztes Jahr besprochen hat der Computerraum nun Fensterscheiben gegen den Staub.

Im Schulgarten waren Bananen und Cassava-Stecklinge gepflanzt

Dr. Born mit den Töchtern der Dame, auf deren Anregung
dieses Hilfsprojekt zustande kam

Viele Menschen, mit denen nun schon sehr langjährige Beziehungen gepflegt werden, kamen zum Hotel, um Bettina Born zu sehen und zu sprechen.
Sie werden zum Teil vom Verein und zum Teil privat unterstützt und sind sehr dankbar für die Hilfe.

Direkt neben unserem Hotel an der Kotu-Bridge hat sich bei der Gambian Birdwatchers Association...

...auch etwas getan! Es gibt nun ein Office-Gebäude mit Schildern und Info-Tafel.

Für Birdwatcher, meist aus England, Holland oder Skandinavien, ist Gambia mit seinem Vogelreichtum eine bekannte und geschätzte Adresse.
 

2019 Gambia Reise

Bericht  über die Reise von Frau Dr. Bettina Born können Sie hier einsehen.