Ärzte

Dr. med. Barbara Klarl

  • Fachärztin für für Innere Medizin

  • Zusatzbezeichnung Notfallmedizin

  • Zusatzbezeichnung Diabetologie

  • Leitende Oberärztin Diabetologie

Weitere Informationen siehe bei Kreiskliniken Reutlingen

„Die Fußretter“ / „Amputationen vermeiden“

P r e s s e – M i t t e i l u n g

REUTLINGEN. Die Diabetes Fußambulanz der Medizinischen Klinik I des Klinikums am Steinenberg Reutlingen wurde erneut mit dem Siegel „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ von der Deutschen Diabetes Gesellschaft ausgezeichnet.

Viele Menschen, die von Diabetes mellitus betroffen sind, kennen die Angst vor einer Fußamputation, weil sich eine Wunde gebildet hat, die einfach nicht heilen will. In vielen Fällen lässt sich dieses Schreckensszenario jedoch verhindern, nämlich dann, wenn der Diabetes-Patient auch in Bezug auf das sogenannte „Diabetische Fußsyndrom“ qualifiziert, strukturiert und umfassend betreut wird.  Die AG Diabetischer Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zeichnet Einrichtungen aus, die diese hohe Qualität in der Fußbehandlung bieten.

Im Klinikum am Steinenberg Reutlingen hat die Diabetes Fußambulanz der Medizinischen Klinik I das begehrte Zertifikat „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ erhalten. „Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung für unser Engagement“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Stefan Kubicka, „sie ist für uns ein weiterer Ansporn, alles zu tun, damit bei unseren Patienten eine gute Lebensqualität erhalten und eine Fußamputation vermieden wird.“

Diabetes ist die Volkskrankheit Nr. 1 in Deutschland: Rund sieben Millionen Menschen sind betroffen. Weil die Krankheit unter anderem die Blutgefäße in Mitleidenschaft zieht, haben die Patienten ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Nierenversagen, Augenleiden, Herz-Kreislauferkrankungen oder eben das „diabetische Fußsyndrom“. Dabei führt eine eintretende Nervenschädigung zu Empfindungsstörungen, die dazu führen, dass der Patient Verletzungen und Schädigungen am Fuß nicht rechtzeitig und nicht hinreichend störend wahrnimmt. Fehlende Schutzfunktionen, schlechtere Infektabwehr sowie wie in vielen Fällen eine zusätzliche Durchblutungsstörung führen zu einer schlechteren Wundheilung. So verschlimmern sich Wunden weiter – bis schließlich (Teil-)Amputation unumgänglich werden können. 70 Prozent aller Amputationen in Deutschland betreffen Menschen mit Diabetes.

In der Diabetes Fußambulanz trägt man maßgeblich dazu bei, dass es gar nicht erst so weit kommt. Das Zertifizierungsverfahrens der AG Diabetischer Fuß der DDG wurde eingeführt, um die Vorhaltung und Qualifikation von Ausstattung und Personal der Behandlungseinrichtung ebenso zu überprüfen, wie Struktur und Prozess der Behandler selbst und deren Ergebnisse. „Wichtig ist, dass bereits kleinste Wunden schnell bemerkt werden, denn kann können Verschlimmerungen vermieden, optimal behandelt und der Fuß in vielen Fällen erhalten werden“ sagt Oberärztin Dr. Barbara Klarl (Leitung Diabetologie und Fußambulanz)

Ein wichtiger Aspekt der erfolgreichen Fußbehandlung ist die abgestimmte Zusammenarbeit eines interdisziplinären Teams. Die Diabetes Fußambulanz arbeitet daher auch eng mit Podologen/innen und orthopädischen Schuhmachermeisterbetrieben zusammen. Spezielle Schuhe, Einlagen oder sogenannte Orthesen unterstützen die erforderliche Entlastung, ohne die Fußwunden oft nicht abheilen. Im Bedarfsfall werden stets auch ärztliche Vertreter/innen anderer Fachgebiete mit hinzugezogen, mit denen für die Zertifizierung obligatorisch Kooperationen vorgelegt werden müssen.

„Das diabetische Fußsyndrom erfordert eine sehr gründliche und koordinierte Behandlung durch ausgewiesene Experten“, sagt die DDG-Präsidentin Professor Dr. med. Monika Kellerer, „die Diabetes Fußambulanz des Klinikums am Steinenberg verfügt über umfassende Fachkenntnisse auf diesem Gebiet.“ Das Zertifikat „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ gilt für drei Jahre, dann muss erneut nachgewiesen werden, dass die strengen Kriterien weiterhin erfüllt sind.

In Deutschland werden jährlich rund 40.000 Diabetes-Patienten Teile des Fußes oder der gesamte Fuß amputiert. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 80 Prozent dieser Fälle durch eine bessere Behandlung vermeidbar wären. Für die Betroffenen bedeutet der Verlust des Fußes nicht nur einen großen Verlust an Lebensqualität: Sie haben in der Folge auch ein erhöhtes Sterberisiko. Daher ist eine zeitnahe strukturierte Versorgung des Fußes bei Patienten mit Diabetes unerlässlich.


Dr. med. Bettina Born

  • Leiterin der Diabetes-Fussambulanz (DDG) und Diabetes –Fussstation (DDG)

  • Leiterin der Schulungseinrichtung für Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 (DDG)

  • Ärztliche Leitung der Ausbildungstätte für DiabetesassistentInnen

  • Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Diabetologie Baden-Württemberg (ADBW)

  •  Mitglied der: DBW Diabetiker Baden-Württemberg e.V. www.diabetiker-bw.de/

  • Deutsche Vorsitzende des Gambianisch-Deutschen Diabetes-Projektes

  • Überzeugungstäterin: Sie engagiert sich täglich von 5 Uhr morgens bis in den späten Nachmittag für die Patienten im Klinikum am Steinenberg. Anschließend betreut sie Selbsthilfegruppen und hält Vorträge. Ihr Arbeitstag endet erst am späten Abend.

Diabetisches Fuß-Syndrom (DFS) in Baden-Württemberg

(Bericht von Frau Dr. med. Bettina Born)
Im Jahr 1992 wurde die Arbeitsgruppe Fuß (AG DF) in der Deutschen Diabetes Gesellschaft als Reaktion auf die St. Vincente Deklaration von1989 (WHO und IDF) gegründet.
In der St. Vincente Deklaration wurde die Reduktion der Amputationsrate bei Diabetes mellitus Patienten um 50% bis zum Jahr 1994 festgeschrieben.
Bereits 1993 fand die erste Arbeitstagung der AG Diabetischer Fuß in Oppenheim bei Mainz statt. Es resultierte die Oppenheimer Erklärung vom 2.Oktober 1993: eine Empfehlung zur Amputationsvermeidung beim Diabetischen Fuß-Syndrom.
Die Geburtsstunde der interdisziplinären Diabetes Fußambulanzen!
1996 wurde in einem Sonderheft des Diabetes Journals zum Diabetischen Fuß-Syndrom eine Liste mit 58 Diabetes Fußambulanzen in Deutschland veröffentlicht, darunter 14 in Baden-Württemberg. Heute sind es  offiziell 7 Einrichtungen, mit jeweils ambulanter und stationärer Zertifizierung, 2 Einrichtungen mit ambulanter Zertifizierung und 1 Einrichtung mit stationärer Zertifizierung nach AG Fuß der DDG. Dies bedeutet 1,31 Einrichtungen auf 1 Millionen Einwohner.
Die nach AG DF zertifizierten Diabetes Fußambulanzen arbeiten strukturiert interdisziplinär in Netzwerken und werden alle 3 Jahre rezertifiziert. Verschiedene Netzwerke in unterschiedlichen Bundesländern haben Ergebnisse dieser Netzwerkarbeit bereits präsentiert: es resultierte jeweils eine Senkung der Amputationsraten.
Da einige Vertreter der AG Fuß in der DDG  im Vorstand der ADBW vertreten waren und sind, u.a.der Sprecher der AG DF, Prof. Ralf Lobmann, Bad Cannstatt, ist die bessere Versorgung des DFS in Baden-Württemberg eines der Ziele mit hoher Priorität im Sozialministerium  in Stuttgart und findet seit 2016 seine Umsetzung im Maßnahmenplan: so soll u.a. das Zweitmeinungsverfahren vor Amputation in Baden- Württemberg verpflichtend werden.
Parallel zur Errichtung der Diabetes-Fußambulanzen fanden ab Januar 1995 Fortbildungsseminare für Orthopädie Schuhmacher zum Diabetischen Fuß-Syndrom auf Initiative von Herrn Türk, OSM in Freudenstadt, damaliger Innungsmeister der Orthopädie Schuhmacher Innung, statt. Hier wurde nicht nur Technik vermittelt sondern auch das Wissen um Diabetes mellitus und Diabetische Neuropathie. Neuland für die vormals chirurgisch-orthopädisch ausgerichtete Berufsgruppe, die sich damals noch unter anderem mit Kriegsopferversorgungen beschäftigten. Als besonderer Glücksgriff ergab sich die Zusammenarbeit mit Vater und Sohn OSM Diether in Reutlingen, die von der ersten Stunde an die Besonderheit des DFS erfassten und durch ihre ständige innovative Arbeit an der Schuhversorgung beim akuten und chronischen DFS viel zum Erfolg der Reutlinger Fußambulanz DDG beigetragen haben.
Ab 1995 wurde die Weiterbildung zu Fußpflegern DDG in der AG DF gemeinsam mit ZFD und später Podologe DDG zusammen mit VDP Baden-Württemberg  und den verschiedenen Podolgenschulen in Baden-Württemberg, ganz voran Podologenschule Ruck in Neuenbürg  zum selben Zeitraum angestoßen und erfolgreich weitergetragen. Das Podologengesetz besteht seit  2001.
Ich selbst bin damals 1989 auf Gut Höhne vom „Meister“selbst, Prof. Ernst Chantelau anlässlich eines – damals noch dünn besuchten - DFS-Seminars „erweckt worden“. Kaum zurück von Gut Höhne habe ich mit der Arbeit als interdisziplinäres Diabetisches Fuß-Zentrum begonnen. Zusammen mit dem damaligen gefäßchirurgischen Chefarzt und inzwischen berenteten guten Freund, Dr. Rainer Claußnitzer betrieben wir eine der ersten interdisziplinären Stationen zum diabetischen Fuß-Syndrom. Mit wöchentlichen gemeinsamen Visiten, hitzigen Diskussionen und einer gemeinsamen Therapie der „kurzen Wege und der kleinen Schnitte“. Inzwischen besteht seit Jahren die Diabetes Fußambulanz DDG als feste Größe im DF Netzwerk des Landkreises Reutlingen. Die intensive Zusammenarbeit mit der Gefäßchirurgie mit Chefarzt Dr. Johann Koller,  mit der Orthopädie Schuhmacher Innung, dem VDP und dem ZFD haben Früchte getragen und werden auch in Zukunft für die Patienten zu einer Verminderung der Amputationsraten im Sinne der St. Vincente Deklaration von 1989 beitragen.

2008-05-Dr. Born ist Ärztin des Jahres

Dr. Bettina Born wurde am 08. Mai 2008 für ihr Engagement für die Diabetiker in Afrika auf Vorschlag der Versicherten der Techniker Krankenkasse und den Lesern der Bild am Sonntag als Ärztin des Jahres geehrt und mit dem Gesundheitspreis Pulsus ausgezeichnet.
Über Frau Dr. Born heißt es: Es begann mit einem Zufall. Auf Einladung eines früheren Patienten reiste die Reutlinger Diabetologin Dr. Bettina Born (52) nach Gambia und lernte dabei den Außenminister des westafrikanischen Landes kennen. Schnell war klar: Hier konnte sie helfen. Born: "In Westafrika sterben Menschen, weil es kein Insulin gibt und Diabetes einfach nicht erkannt wird." Seit nunmehr sieben Jahren fliegt sie zwei- bis dreimal im Jahr in ihrer freien Zeit und auf eigene Kosten nach Gambia. Sie bringt Spenden, Insulinspritzen und vor allem medizinisches Wissen mit. Auch zu Hause kommt die Oberärztin kaum zur Ruhe. Ihr Tag in den Reutlinger Kreiskliniken beginnt um fünf Uhr morgens und endet erst abends, etwa mit der Betreuung von Selbsthilfegruppen oder dem Engagement in Diabetes-Fachgesellschaften. Warum sie das alles tut? "Ich kann nicht anders", sagt Bettina Born. "Und das wird sich wohl nicht mehr ändern."
Die Jury bildeten:

  • Prof. Dagmar Schipanski (Präsidentin der Deutschen Krebshilfe)

  • Dr. Susanne Holst (Ärztin, Journalistin und bekannte Fernehmoderatorin)

  • Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer (Arzt, Professor an der Uni Witten/Herdecke und Buchautor)

  • Claus Strunz (Chefredakteur der Bild am Sonntag)

  • Prof. Norbert Klusen (Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse)


Dr. Alieu Gaye-Gambia

  • Ausbildung in Großbritannien

  • Überzeugungstäter: Schlug attraktive Stellenangebote in
    Großbritannien aus, um den Menschen in seiner Heimat zu helfen.