Verbesserung der allgemeinen Ausbildung

Besonderer Wert wird auf die langfristige Verbesserung der allgemeinen Ausbildung in Gambia gelegt. Ein Teil der Fördermittel wird in die Ausbildung – nicht nur diabetischer – Kinder investiert. Dies reicht von Hilfen für die Ausstattung der Schule bis hin zur Übernahme des Schulgelds für die weiterführende Schule.

Hier kann mit geringem finanziellen Aufwand echte Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden, damit die Kinder und Jugendlichen Dank einer guten Ausbildung bessere Zukunftsaussichten bekommen.


Ausbildung des medizinischen Fachpersonal

Da das Wissen über die Erkrankung Diabetes auch beim medizinischen Personal noch nicht besonders groß ist, werden vor Ort Schulungen für Ärzte, Schwestern und Pfleger veranstaltet. Diese sollen ihr Wissen nicht für sich behalten, sondern als Multiplikatoren zur weiteren Verbesserung des Diabeteswissens in Gambia beitragen. Diese Schulungskurse werden kostenlos angeboten, teilweise unterstützt der Förderverein die Schwestern auch finanziell und ersetzt z.B. den Verdienstausfall.

Während früher Patienten mit Fußproblemen bisher oft über Wochen stationär behandelt wurden und es in vielen Fällen zu Amputationen kam, wird ein Großteil der Menschen mit diabetischem Fußsyndrom inzwischen ambulant behandelt. Durch die auf dem erworbenen Wissen basierende gute Pflege und Betreuung durch Schwestern und Ärzte können zudem viele Amputationen vermieden werden.

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Krankenschwester Sukai Kah

Ein halbes Dutzend ist geschafft:/ Hospitation in der Fußambulanz
Mitte Juni 2013
konnte die sechste Hospitation  des  Reutlinger Diabetes Projekt in Gambia beginnen. Die Krankenschwester Sukai Kah, aus der Klinik von Dr. Alieu Gaye in Gambia, war Dr. Bettina Born bei ihrer Arbeit in der Pakala Klinik aufgefallen und wurde dann für eine Fortbildung in die  Fußambulanz in Reutlingen eingeladen.
Am 16. Juni kam Sukai Kah in Reutlingen an und wurde in der Fußambulanz im Klinikum am Steinenberg in Reutlingen herzlich begrüßt. Auch Prof. Kubicka, der Chef der Inneren Med. begrüßte Sukai herzlich.
Diese Hospitation, wie schon andere, wurde vom Reutlinger Rotary Club - hier ganz besonderen Dank an den ehemaligen Chefarzt des Klinikum Reutlingen, Prof. Dr. Bernd Braun – sowie auch von der ADBW (Arbeitsgemeinschaft Diabetes Ba-Wü) ermöglicht. Auch der DDB Ba-Wü und viele Selbsthilfegruppen Diabetes tragen dazu bei, dass das Reutlinger Diabetes Projekt in Gambia Menschen aus Gambia nach Deutschland zu Aus- und Fortbildung im Bereich Diabetes einladen kann.
Sukai integrierte sich schnell in das Fußteam und lernte bei Dr. Autenrieth viel für ihre Arbeit als Fuß- und Wundschwester in der Pakala Klinik in Banjul.
Einen Tag konnte sie bei Horst Diether in der Schuh-Orthopädie beim „Schuh-Schneider“ verbringen, wo sie viele Patienten traf und die Schuhzurichtung für speziell deren Wunden miterleben konnte. Die Schuh Schneider Orthopädie hat schon drei komplette Hospitationen für das Krankenhaus in Banjul durchgeführt und unterstützt das Diabetes Projekt seit Gründung vor 13 Jahren.
Ein anderer Tag war der häuslichen Krankenbetreuung bei  der Diakonie Station Mössingen vorbehalten.
Die Donnerstagabende verbrachte Sukai mit der Selbsthilfegruppe  „Dia-BE-Tiger“ am Diabetikerstammtisch. Auch wenn es gewisse sprachliche Schwierigkeiten gab, Verständigung kam dennoch zustande. Es wurde viel gelacht.
Der krönende Abschluss  war natürlich ein Besuch auf der Alb bei Dr. Bettina Born, als es dann auch noch in einer Eisdiele „Eis – so viel du kannst“ – gab.
Sukai konnte vieles für ihre Arbeit in Gambia in der Fußambulanz  Reutlingen lernen. Sie arbeitet jetzt wieder als Wund- und Fußschwester in der Pakala Klinik. Sie bedankt sich bei dem Reutlinger Diabetiker Verein e.V. mit dem Reutlinger Diabetes Projekt in Gambia für  die intensiven Wochen und die Möglichkeit, den Patienten nun noch besser und kompetenter helfen zu können.

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2012-10- Samba Jallow - Weiterbildung in der Wundpflege

Dr. Born - Samba - Eleonore Morville

Am 28.10.2012 kam Samba Jallow in Stuttgart an. Er wird 4 Wochen in der Wundpflege weitergebildet. Er kam in seiner afrikanischen Kleidung in der Landeshauptstadt an und wurde von Schnee und Kälte überrascht. Aber dieses Problem ließ sich schnell aus dem Fundus der Betreuer beheben. Schal, Wollpulli und warme Jacke waren schnell gefunden.Bis Ende November lernt Samba Jallow im Klinikum am Steinenberg das Neueste aus dem Bereich der Wundversorgung für Diabetiker mit diabetischem Fußsyndrom und profitiert von den langjährigen Erfahrungen der Mitarbeiter im Kreisklinikum.Untergebracht ist er im Hotel Reutlinger Hof. Die italienischen Wirtsleute bieten immer einen sehr guten Preis für unsere Gäste aus Gambia und kümmern sich rührend um die Besucher.In seiner Freizeit lernt Samba Jallow die Region Neckar-Alb kennen, viele Vereinsmitglieder unterstützen uns bei dieser Betreuung. 

Erster Orthopädie-Schuhmacher in Gambia

Damit diese Betreuung gelingen kann, bedarf es aber auch des richtigen Schuhwerks. Orthopädie-Schuhmacher waren in Gambia aber bisher unbekannt. So suchte Dr. Gaye in Gambia einen geeigneten Mann, der in Deutschland unterwiesen werden sollte. Seine Wahl fiel auf  Samba Bah. Er  ist Physiotherapeut und betreut Diabetiker und andere Patienten mit Fußschäden. Dabei beinhaltete seine Ausbildung keine angemessene Vermittlung orthopädietechnischen Wissens. Doch gerade für Diabetiker ist solches Wissen für eine gute Schuhversorgung sehr wichtig.

Samba Bah kam für drei Monate nach Reutlingen. Horst Diether, Schuhmachermeister in Reutlingen, zeigte dem jungen Gambianer Samba während dessen Aufenthalts, wie er auch mit geringen Mitteln für Diabetiker geeignete Schuhe herstellen kann. Dass „Mr. Diether“ kein Englisch und Samba kein Deutsch spricht, tat weder dem Erfolg noch dem Spaß Abbruch. Wieder zurück in Gambia setzt Samba das gelernte zum Wohl der Patienten im Royal Victoria Krankenhaus in Banjul ein.