Podologen aus Japan

Anfang Mai 2015 besuchte eine Delegation von Podologen aus Japan die Diabetes- Fußambulanz des Kreiskrankenhauses Reutlingen im Rahmen ihrer Aus- und Weiterbildung. Andere Podologenschulen in Neuenbürg und Köln sowie auf allgemeinen Wunsch der Teilnehmenden wurde auch die Fußambulanz des KKH Reutlingen besucht.
Alle sieben Teilnehmer/innen hatten ihre Ausbildung bei Foot Care Japan Corporation (FCJ) in Tokio absolviert. Die Vorsitzende und Direktorin  der FCJ, Frau Takako Saito, begleitete die Gruppe zusammen mit Frau Misao Aoyado, Vorsitzende der Feetback AG und Dolmetscherin. Dr. Bettina Born stellte der Gruppe verschiedene „Fußpatienten“ mit den unterschiedlichsten Formen des Diabetischen Fußsyndroms vor (Charcotfuß, Minor-/Major Amputation, verheilte Füße u.a.m.) So bekamen  die Besucher einen tiefen Einblick in die Arbeit am Diabetischen Fuß.
Ganz besonderen Wert legte Dr. Born auf die konventionelle Therapie zur Rettung der Füße. Das Interesse  der Besucher war gerade bei diesen (präventiven) Methoden außergewöhnlich groß, besonders an der Debridementtechnik, mit der Dr. Born die Wirksamkeit dieser Therapie  sehr verständlich erklärte. Dank der ausgezeichneten Dolmetscherin wurde jeder Tipp und jedes Wort mitgeschrieben. Viele Fragen dazu, und auch welchen  Part, gerade im Bereich der Prävention, sie selbst als Podologen dazu beitragen könnten. Einige der hier verwendeten Wundauflagen sind auch in Japan bekannt und werden verwendet, wie der anwesende Wundspezialist einer staatl. Uniklinik in Japan bestätigte.
Ebenso wurde immer wieder auf die Wichtigkeit sehr guter orthopädischer Schuhzurichtung für Menschen mit diabetischem Fußsyndrom hingewiesen.  
Behandlung von Menschen mit Diabetes in einer Klinik sowie podologische Versorgung werden in Japan vom Staat getragen. Im Verhältnis zu Deutschland gibt es in Japan noch sehr wenige Podologen, es werden – wie auch hier, wesentlich mehr benötigt (wobei die demografische Veränderung und die wachsende Zahl der Menschen mit Diabetes mit eine Rolle spielen). In Japan steigt – wie auch in Deutschland der Anspruch an sehr gute medizinische Kenntnisse der Podologen.
Beide Seiten – Podologen wie auch das Team der Fußambulanz – konnten  durch den Austausch und gegenseitigen Zuspruch zur Weiter- und Fortbildung eine Erhöhung der Weiterbildungsmotivation erfahren.  Dr. Bettina Born und ihr Ambulanzteam konnten eine hochmotivierte Gruppe nach Japan verabschieden.
Eleonore Morville